Geschirr in Kohlform

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La vaisselle en forme de chou revient sur les tables

Lange Zeit galt Geschirr in Kohlblattform als etwas altmodisch – heute erlebt es ein spektakuläres Comeback. Teller, Platten, Salatschüsseln, Schalen, Tassen oder Karaffen: Große, reliefartig geäderte Blätter und leuchtende Grüntöne erobern erneut gedeckte Tische, Einrichtungsgeschäfte und soziale Netzwerke.

Sein Name? Cabbage Ware, wörtlich übersetzt „Kohlgeschirr“.

Hinter diesem herrlich nostalgischen Trend verbirgt sich jedoch eine wesentlich längere Geschichte. Denn auch wenn Cabbage Ware perfekt zur heutigen Vorliebe für farbenfrohe, handwerklich gefertigte und leicht extravagante Objekte passt, gehört dieses Geschirr bereits seit mehreren Jahrhunderten zur europäischen Tischkultur.


Kohlblatt-Geschirr: das große Comeback eines Klassikers

Einrichtungstrends verlaufen häufig in Zyklen. Nach Jahren, die von reduzierten Interieurs, neutralen Farbtönen und minimalistischen Objekten geprägt waren, kehren nach und nach Farbe, Muster, großzügige Formen und Vintage-Einflüsse in unsere Wohnräume zurück.

Die 1970er- und 1980er-Jahre werden neu interpretiert, skulpturale Objekte feiern ihr Comeback und Stücke, die lange als zu dekorativ galten, erhalten wieder einen besonderen Platz.

Cabbage Ware fügt sich perfekt in diese Entwicklung ein. Mit seinen ausgeprägten Reliefs, deutlich sichtbaren Blattadern und teilweise beinahe unwirklichen Farben will dieses Geschirr keineswegs dezent sein. Im Gegenteil: Es macht den gedeckten Tisch selbst zur Kulisse.

Ein Teller nimmt die Form eines Kohlblatts an. Eine Salatschüssel wirkt, als wäre sie direkt von einem Salatkopf abgeformt worden. Eine Suppenterrine wird beinahe zur pflanzlichen Skulptur. Genau diese verspielte Dimension begeistert heute wieder.


Doch was genau ist eigentlich Cabbage Ware?

Der Begriff bezeichnet eine Familie von Keramiken, die von der Pflanzenwelt und insbesondere von Kohl-, Salat- und anderen großflächigen Blättern inspiriert sind.

Die Stücke werden in der Regel geformt, um das natürliche Relief der Blätter nachzubilden: Blattadern, Wellen, unregelmäßige Ränder und übereinanderliegende Strukturen.

Die charakteristische Farbe ist selbstverständlich Grün – von zarten bis zu tiefen Grüntönen. Cabbage Ware gibt es jedoch auch in Weiß, Gelb, Rosa, Blau oder in deutlich fantasievolleren Farbvarianten.

Teller, Servierplatten, Schalen, Salatschüsseln, Suppenterrinen, Saucièren oder Tassen: Nahezu jedes Objekt der Tischkultur wurde nach diesem Prinzip neu interpretiert.

Und anders, als sein heutiger Erfolg vermuten lassen könnte, ist Kohlblatt-Geschirr keineswegs eine neue Erfindung.


Eine Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht

Die ersten europäischen Keramiken, die von Blättern und Gemüse inspiriert waren, entstanden unter anderem im 18. Jahrhundert, als die Manufakturen mit immer größerem Einfallsreichtum darum wetteiferten, besonders spektakuläre Stücke zu schaffen.

Die Epoche liebte die Natur, reliefartige Dekore und Trompe-l’œil-Formen.

Die großen europäischen Manufakturen entwickelten Terrinen in Gemüseform, mit Blättern verzierte Platten und eine ganze Welt naturalistischen Geschirrs, deren Stücke manchmal wirkten, als kämen sie direkt aus dem Gemüsegarten. Die Grenze zwischen Gebrauchsgegenstand und Dekorationsobjekt wurde ganz bewusst fließend.

Deutschland, Italien, Frankreich, aber auch Portugal sind Teil dieser Geschichte naturalistischer Keramik. Über Cabbage Ware zu sprechen, ohne einen Blick nach Portugal zu werfen, ist jedoch kaum möglich.


In Portugal wird der Kohl zum echten Dekorationsobjekt

Die portugiesische Tradition figurativer und naturalistischer Keramik ist besonders stark in Caldas da Rainha ausgeprägt. Die nördlich von Lissabon gelegene Thermalstadt entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Zentren portugiesischer Keramikkunst.

In den Werkstätten von Caldas da Rainha wird die Pflanzenwelt zu einem außergewöhnlichen kreativen Spielfeld. Kohlköpfe, Blätter, Tomaten, Fische, Früchte, Tiere und Blumen verwandeln sich in Platten, Schalen, Suppenterrinen und Dekorationsobjekte.

Eine ihrer berühmtesten Ausdrucksformen findet diese spektakuläre Keramik im Werk von Rafael Bordallo Pinheiro, dessen Kreationen die dekorative Identität Portugals nachhaltig geprägt haben.

Das berühmte Kohlblatt wird damit weit mehr als nur zu einem Motiv. Es wird selbst zur Form. Relief, Blattadern und Konturen bestimmen unmittelbar die Gestaltung des Objekts. Eine Tradition, die portugiesische Werkstätten bis heute lebendig halten.


Dodie Thayer und das amerikanische Revival

Im 20. Jahrhundert erlebt Cabbage Ware dank der amerikanischen Keramikerin Dodie Thayer eine weitere Blütezeit.

In den 1960er-Jahren beginnt sie, von Salatblättern inspiriertes Geschirr von Hand herzustellen. Ihre Kreationen werden schnell zu begehrten Sammlerstücken.

Sie begeistern insbesondere eine prominente amerikanische Kundschaft und tragen dazu bei, pflanzlich inspiriertes Geschirr zum Symbol einer ganz besonderen Form stilvoller Gastlichkeit zu machen – elegant, fantasievoll und zugleich entspannt.

Ihre Vintage-Stücke sind heute bei Sammlern besonders begehrt, während einige von ihrer Arbeit inspirierte Kreationen weiterhin produziert werden.

Cabbage Ware findet damit genau zu dem zurück, was bereits im 18. Jahrhundert seinen besonderen Reiz ausmachte: Geschirr, das funktional genug für den täglichen Gebrauch und gleichzeitig extravagant genug ist, um selbst zum Dekorationsobjekt zu werden.


Warum ist Cabbage Ware heute wieder so gefragt?

Sein heutiger Erfolg ist vermutlich kein Zufall. Die Inneneinrichtung entfernt sich zunehmend von vollkommen neutralen und standardisierten Wohnwelten. Räume werden persönlicher und bieten mehr Platz für Farben, handwerklich gefertigte Stücke und Objekte mit einer starken visuellen Präsenz.

In diesem Kontext vereint Kohlblatt-Geschirr nahezu alles, was heute gefragt ist: Es ist farbenfroh, besitzt ein ausgeprägtes Relief, erinnert an traditionelles Kunsthandwerk, bringt einen Hauch Vintage mit und verleiht einem gedeckten Tisch vor allem sofort Persönlichkeit.

Verstärkt wird dieser Trend außerdem durch die sozialen Netzwerke. Die ausgesprochen fotogenen Objekte fügen sich ganz selbstverständlich in farbenfrohe Tischdekorationen mit karierten Tischdecken und großzügigen Arrangements ein.

Nach Jahren mit beigefarbenem und perfekt einheitlichem Geschirr schlägt nun die Stunde des Kohls.


Portugal, die natürliche Heimat des Cabbage Ware

Auch wenn heute zahlreiche internationale Marken diesen Trend neu interpretieren, bleibt Portugal ein besonders interessantes Ziel, um diese Art von Keramik zu entdecken.

Insbesondere in Caldas da Rainha führen mehrere Werkstätten diese naturalistische Tradition bis heute fort. Genau darin liegt der besondere Reiz portugiesischer Stücke: Sie folgen nicht einfach einem aktuellen Trend, sondern sind Teil einer echten lokalen Keramikgeschichte.

Bei Luisa Paixão wählen wir regelmäßig Stücke aus dieser Tradition aus: Teller in Blattform, pflanzlich inspirierte Schalen, Platten, Salatschüsseln und Keramiken aus der ganz besonderen Welt von Caldas da Rainha.

Objekte, die selbstverständlich am Tisch verwendet werden können, aber ebenso gut bewusst sichtbar in einer Küche oder auf einem Sideboard ihren Platz finden.


Wie lässt sich Kohlblatt-Geschirr einsetzen, ohne gleich auf den Total Look zu setzen?

Die gute Nachricht: Der Esstisch muss keineswegs in einen Gemüsegarten verwandelt werden. Cabbage Ware wirkt besonders schön, wenn es gezielt als Akzent eingesetzt wird.

Ein großer Blattteller kann als Servierplatte inmitten von weißem Geschirr dienen. Eine grüne Salatschüssel bringt sofort Farbe auf einen ansonsten sehr schlichten Tisch. Kleine Schälchen eignen sich bei einem Aperitif für Oliven, Nüsse oder Saucen.

Auch mit Kontrasten lässt sich wunderbar spielen. Das intensive Grün der Blätter harmoniert besonders gut mit einer weißen oder naturfarbenen Tischdecke, gestreifter Tischwäsche, schlichtem Steinzeug, farbigem Glas, antikem oder modernem Besteck sowie einzelnen gelben, rosa- oder blaufarbenen Stücken.

Für eine mutigere Tischdekoration lassen sich dagegen pflanzliche Formen und Farben bewusst miteinander kombinieren. Denn wenn es einen Bereich gibt, in dem ein wenig Übertreibung durchaus zur Qualität werden kann, dann ist es Cabbage Ware.


Geschirr, das weit mehr als nur ein Trend ist

Genau das erklärt vermutlich die außergewöhnliche Langlebigkeit dieser Keramik. Sie erscheint, verschwindet und kehrt regelmäßig wieder in den Mittelpunkt zurück. Denn sie besitzt etwas, das rein dekorativen Trends häufig fehlt: eine echte Identität.

Zwischen volkstümlicher Tradition, Rokoko-Fantasie und zeitgenössischem Objekt gelingt es Kohlblatt-Geschirr, verspielt zu sein, ohne beliebig zu wirken, und dekorativ zu sein, ohne seine Funktion zu verlieren.

Es kann zum Servieren eines Salats verwendet werden oder als beinahe skulpturales Objekt auf einem Regal stehen.

Und in einer Zeit, in der wir unsere Wohnräume bewusst weniger uniform und persönlicher gestalten möchten, wirkt es letztlich aktueller denn je.


 

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