Die Geschichte der toten Königin ist eine Nebengeschichte in der Geschichte Portugals, aber sie ist so erstaunlich, dass sie zahlreiche Legenden, Bücher und Theaterstücke inspiriert hat.
Inês de Castro und der junge Prinz Pedro von Portugal.
Inês de Castro, geboren 1325 in Coimbra (Nordportugal), stammte aus einer der mächtigsten Familien Kastiliens. Im Alter von 14 Jahren wurde sie als Hofdame von Konstanze von Kastilien angestellt, die Pedro von Portugal, dem Thronfolger der portugiesischen Krone, versprochen war.
Wie in jeder großen Tragödie beginnt die Geschichte mit einem Liebesdreieck: Prinz Pedro von Portugal verliebt sich in Inês de Castro und vernachlässigt seine Verlobte Konstanze.
Der Vater des Prinzen, König Alfons IV., missbilligt diese Verbindung, hauptsächlich aus Machtgründen. Tatsächlich werden Inês' Verwandte auch Freunde des jungen Prinzen und der "Castro-Clan" erweitert seinen Einfluss.
1344 ließ er Inês de Castro in die Burg Albuquerque (Spanien) an der kastilischen Grenze verbannen. Die beiden Liebenden begannen daraufhin einen regen Briefwechsel.

In der Zwischenzeit stirbt Prinzessin Konstanze bei der Geburt des zukünftigen Königs Ferdinand I. von Portugal.
Pedro, der Witwer geworden war, rief Inês daraufhin an den Hof zurück. Aus ihrer außerehelichen Beziehung gingen 4 Kinder hervor, die im Falle des Todes von Prinz Ferdinand Anspruch auf den Thron erheben könnten.
Der "Castro-Clan" erweiterte seinerseits seine Macht im Königreich Kastilien, das an das junge Portugal grenzte, indem er Inês' Schwester mit dem neuen König von Kastilien verheiratete.
Pedro und Inês enthielten sich jedoch jeder Einmischung in diese Machtkämpfe und ließen sich in Coimbra im Palast von Santa Clara nieder.
Die Ermordung von Inês de Castro.
Nach mehreren Versuchen, die Liebenden zu trennen, befürchtete König Alfons IV., dass sein Sohn unter dem Einfluss des "Castro-Clans" in die anhaltende politische Krise Kastiliens eingreifen würde.
Er befahl daraufhin die Ermordung von Inês. Pedro Coelho, Âlaro Gonçalves und Diogo Lopes Pacheco, die mit der Hinrichtung von Inês beauftragt waren, begaben sich nach Santa Clara und ermordeten Inês am 7. Januar 1355, als Pedro abwesend war.
Die Krönung der toten Königin.
Zwei Jahre später, im Jahr 1357, starb Alfons IV. und Pedro wurde gekrönt. Er verkündete daraufhin, Inês sieben Jahre zuvor heimlich geheiratet zu haben. Diese durch Zeugen bestätigte Ankündigung legitimierte seine Nachkommen.
Er ließ daraufhin Inês' Leiche exhumieren, bekleidete sie mit einem Purpurmantel, einem Zeichen königlicher Zugehörigkeit, und setzte sie auf den Thron Portugals, wobei er den gesamten Hof zwang, ihr die Hand zu küssen.

Die Mörder wurden verfolgt und zwei von ihnen gefangen genommen. Der König forderte, dass ihnen das Herz aus der Brust gerissen werde, während er selbst der Szene bei einem Bankett beiwohnte.
Die Beisetzung der Inês.
Daraufhin wurden neue Bestattungszeremonien für Inês organisiert. Sie fanden im Kloster von Alcobaça statt, wo zwei prächtige Gräber gebaut werden sollten. Pedro schloss sich Inês 1367 an.
Grab von Inês de Castro, Kloster von Alcobaça
Ihre Gräber, Seite an Seite, wurden mehrmals versetzt, bevor sie einander gegenübergestellt wurden. Der Legende nach sollen sie sich beim Erwachen zum Jüngsten Gericht in die Augen sehen können.
Das Kloster von Alcobaça ist etwas mehr als eine Autostunde nördlich von Lissabon gelegen. Ich empfehle Ihnen einen Besuch und die Besichtigung des Grabes von Inês, eine wahre steinerne Spitzenarbeit.
Auf dem Rückweg halten Sie in Obidos, einer gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt. Im Sommer können Sie das Festival genießen, das alle mittelalterlichen Traditionen darstellt.
Im Winter, von November bis Februar, fahren Sie durch Péniche und Nazaré. Mit etwas Glück können Sie die größten Wellen der Welt beobachten oder einen Surf-Wettbewerb auf Weltniveau miterleben.
Die Werke, die aus der Geschichte der toten Königin entstanden sind.
Zahlreiche portugiesische und spanische Gedichte beschreiben die Tragödie der toten Königin, insbesondere die von Luís de Camões, dem berühmten portugiesischen Dichter in den Lusiaden.
Auch Theaterstücke basieren auf dieser Legende. Insbesondere Montherlants "La Reine Morte" (Die tote Königin).
Opern wurden zu Ehren von Inês de Castro geschrieben, darunter die von Zingarelli in Italien, Scartazzini in Deutschland und Matthews in England.
Schließlich konnte das Kino diese Geschichte nicht ignorieren, und Carlos Santos und José Leitão de Barros adaptierten die Legende für die große Leinwand.

3 Kommentare
C’est une histoire tragique, à Alcobaca on peut voir le magnifique tombeau d’Ines et en face celui de son mari le roi. A noter que ces tombeau magnifiques ont été en partie vandalises par les troupes Francaises du temps de Napoleon, Heureusement sans trop de gravité
Très bien décrit. J’ai visité l’église et ai vu la tombe de la Reine Morte, elle se trouve en face de celle de son mari. Très bel edifice histoire surprenante.
Merci pour cet article, je suis lusophone et après le Brésil j’ai découvert le Portugal, son peuple et sa culture et j’aime énormément votre pays. J’ai publié il y a plus de 20 ans un ouvrage sur les azulejos que j’adore. En ce moment je fais une lecture chantée sur des nouvelles de Antonio Tabucchi et notamment celle sur l’amour de Dom Pedro. Voilà, au plaisir de vous lire à nouveau. Marylène Terol